Kräutergarten Monat April

Wer Melisse (Zitonenmelisse) mit Erfolg anbauen will, braucht gut durchlüftbaren, nährstoffreichen und nicht zu trockenen Boden. Der Boden muß schon im Herbst recht tief bearbeitet werden und soll möglichst in 2. Tracht stehen. In Sandboden kann man bei Melisse nur dann gute Ernten erzielen, wenn er recht humusreich und bewässerbar ist. Nur in warmen, geschützten, aber vollsonnigen Lagen erzielt man von der Melisse zufriedenstellende Ernten. Melisse wird 50 bis 60 cm hoch, was mit Rücksicht auf die Nachbarpflanzen beachtet werden muß. Schattige und windige Lagen sind für die Melisse ungeeignet.

Von der Melisse braucht man je m² Anbaufläche nur etwa 10 Pflanzen. Darum lohnt die Aussaat für den Kleingarten nicht. Zur Aussaat müßte man auch im März ein Frühbeet besitzen. Da sich alte Melissenpflanzen gut teilen lassen, besorgt man sich am besten Teilpflanzen, die bis auf Handbreite über den Boden zurückgeschnitten werden. Der Pflanzabstand muß 30 x 30 cm betragen. Nach dem Pflanzen, das man Ende April vornimmt, versieht man die Pflanzstellen mit einer Schutzhaube. Außerdem erhält der Boden eine Bedeckung mit verottetem Stallmist oder Torf.

Obwohl man Pfefferminze nur 3 Jahre an derselben Stelle stehenläßt, verlangt sie einen nährstoffreichen und gut mit Humus versehenen Boden. Pfefferminze kommt in Boden 2. Tracht. Leichte bis sandig lehmige Böden sagen ihr am besten zu. Feuchte Böden sind besser als zu trockene. Halbschattige Lagen sind für die Pfefferminze am besten geeignet,obwohl sie auch volle Sonne verträgt. In zu schattigen Lagen wird die Pfefferminze vom Pfefferminzrost befallen, wenn der Sommer sehr regnerisch ist. Zwischen locker stehenden Beerensträuchern kann man die Pfefferminze unbedenklich anbauen. Da sie oft 50 bis 80 cm hoch wird, ist bei beetweisen Anbau auf die Nachbarpflanzen Rücksicht zu nehmen.

Die einfachste Vermehrung der Pfefferminze ist die durch Ausläufer (Wurzelsprossen), die beim Teilen alter Pflanzen anfallen. Aus Samen gezogene Pfefferminze ist immer minderwertig, weil es von den würzkräftigsten Sorten nur selten Samen gibt. Alte Pflanzen teilt man ab Mitte April und pflanzt sie anschließend. Auf ein Normalbeet (1,20 m ) kommen 3 Reihen mit je 40 cm Entfernung. Auf der Reihe beträgt der Abstand 20 cm. Es werden immer mehrere Ausläufer auf einer Pflanzstelle zusammengenommen und bis kurz über die Erdoberfläche zurückgeschnitten. Sie dürfen nur schwach mit Erde bedeckt werden und sind nach dem Pflanzen kräftig anzugießen. Dadurch erhalten die Ausläufer mit der sie umgebende Erde erst den richtigen Kontakt, der zum verlustlosen Anwachsen erforderlich ist.

In den April fällt der letzte Termin zum Zurückschneiden der mehrjährigen Gewürzkräuter, die an den oberirdischen Teilen austreiben. Dazu gehören in erster Linie Lavendel, Rosmarin und Salbei. Je nach Wuchskraft der Gattungen läßt man den starkwachsenden die halbe Höhe, während die schwachwachsenden bis auf ein Drittel zurückgenommen werden. Pflanzen, die durch Frost stark gelitten haben, schneidet man bis auf einige Zentimeter über dem Erdboden zurück.

Mehrjährige Gewürzkräuter, die aus Samen gezogen wurden, können im letzten Drittel des Aprils gepflanzt werden. Das Bedecken mit Pflanzenschutzhauben ist in jedem Falle anzuraten.

Das Teilen und Pflanzen ausdauernden Gewürzkräutern kann man noch bis Ende April vornehmen.

An sonnigen Apriltagen ist darauf zu achten, das alle Neupflanzungen mit genügend Wasser versorgt werden.

Am Küchenfenster stehende Majoranaussaaten muß man in der zweiten Aprilhälfte in ein kaltes Frühbeet pikieren. Majoran pikiert man nicht einzeln, sondern nimmt immer 3 bis 4 Sämlinge zusammen, damit sich später kräftige Büsche ergeben. Als Pflanzabstand genügen beim pikieren 5 x 5 cm. Majoran darf nicht tiefer pikiert werden, als er im Saatbeet gestanden hat. Das Frühbeet ist nachts gegen Temperaturschwankungen zu schützen.

Im März ins Frühbeet ausgesäter Schnittlauch kann Ende April ins Freie gepflanzt werden, wenn die Pflanzen stark genug sind. Dabei werden immer kleine Pflanzbüschel zusammengenommen und 20 cm x 20 cm weit auseinander gepflanzt. Der Schnittlauch wächst auch in halbschattigen Lagen sehr gut.

Der Boretsch, auch Gurkenkraut genannt, wächst in leichten Böden besser als in schweren. Darum muß man schwerem Boden viel Torf beimischen, wenn er für Boretsch verwendet werden soll. Boden 2. Tracht ist am besten geeignet.

Nur in sonniger, freier Lage erzielt man vom Boretsch gute Erträge. Dort erhält er auch nur eine volle Würzkraft. Boretsch wird 40 bis 60 cm hoch, was bei der Auswahl seines Standortes zu beachten ist.

Von Boretsch braucht man immer frisches Saatgut, weil die Keimkraft schon im 2. Jahr sehr nachläßt. Vor der Aussaat ist eine Keimprobe anzuraten, damit man keine Enttäuschung erlebt. Sie kommt 2 Wochen vor der Aussaat zurecht.

Boretsch sät man ab Mitte April an Ort und Stelle im Freiland aus. Als Reihenabstand genügen 25 cm, so das auf ein Normalbeet (1,20 m) 5 Reihen gehen. Auf der Reihe wird so dünn ausgesät, das je m² höchstens 4 bis 5 g verbraucht werden. Den Samen bedeckt man 1,5 bis 2 cm stark mit Erde und klopft sie nach der Aussaat mit einer flachen Schaufel gut an.

Das einjährige Bohnenkraut, auch Pfefferkraut genannt, stellt an den Boden keine besonderen Ansprüche. Es entwickelt sich aber nur zufriedenstellend, wenn es in Boden 2.Tracht kommt, der stark mit Humus (Torf) und Nährstoffen angereichert ist.

Bohnenkraut verträgt auch halbschattige Lagen. In voller Sonne ist aber die Würzkraft wesentlich besser. Ein vollsonniger Standort bringt Bohnenkraut mit doppelt so großer Würzkraft hervor wie ein gleichgroßer schattiger Platz.

Einjähriges Bohnenkraut darf auch in günstigen Lagen erst in den letzten Apriltagen ausgesät werden. Bohnenkraut ist frostempfindlich und muß geschützt werden, wenn nach dem Aufgehen Spätfröste zu erwarten sind. Da Bohnenkrautsamen nur im 1. Jahr nach der Ernte voll keimfähig ist, muß man immer frisches Saatgut verwenden. Man sollte Bohnenkrautsamen erst nach einer Keimprobe aussäen. Als Reihenentfernung genügen bei der Aussaat an Ort und Stelle 20 cm. Auf der Reihe muß der feine Samen recht dünn ausgestreut werden. Da er schwarz ist, läßt sich das leicht durchführen. Der Samen kommt nur ganz flach in die Erde.

Kapuzinerkresse ist eine Gewürzpflanze, die sehr vielseitig verwendbar ist und darum mehr Beachtung verdient. In der Hauptsache wird sie nur als Zierpflanze angebaut. Bei der Kapuzinerkresse kann man aber das Gute mit dem Nützlichen verbinden. Als Balkonschmuck oder zum Bekleiden von Gartenzäunen angebaut, liefert sie nebenher genügend Gewürz für den Haushalt. Zum Würzen eignen sich nicht nur die Blätter und Blüten, sondern auch die Knospen und die noch grünen Früchte.

Nährstoffreicher mit viel Humus versehener Mittelboden sagt der Kapuzinerkresse am besten zu. Wo sie in Kästen zum Fenster - und Balkonschmuck angebaut wird, verwendet man ein Gemisch von Kompost - und gut verrotteter Misterde. Wo letzteres fehlt, wird reichlich Torf unter die Komposterde gemischt.

Damit man von der Kapuzinerkresse zur Pflanzzeit (nach Mitte Mai) starke Pflanzen zur Verfügung hat, kann man noch Anfang April in Töpfe aussäen. Zur Aussaat benutzt man 9 cm Töpfe, die mit sandiger Komposterde gefüllt und 3 Samen belegt werden. Die Töpfe können bis zum Aufgehen der Saat dunkel stehen, müssen dann aber an einem hellen Fenster aufgestellt werden. In jedem Falle sind Temperaturen von 10 bis 12 Grad anzustreben.

Der Koriander ist einjährig und stellt an den Boden keine besonderen Ansprüche. Leichte, humusreiche Böden sind am geeignetesten. Koriander ist kalkliebend. Darum baut man ihn in Böden 2. Tracht an, die im Herbst Kalk erhalten haben.

Damit die Samen von Koriander gut ausfreifen, muß eine freie und vollsonnige Lage gewählt werden. Er braucht nicht nur viel Sonne, sondern auch einen windgeschützten Standort. Koriander wird 50 bis 60 cm hoch und duch starken Wind leicht umgelegt, was den Körnerertrag stark vermindert.

Wenn man eine gute Ernte erzielen will, muß Koriander spätestens bis Ende April ausgesät werden. In warmen Lagen kann man schon in den ersten Apriltagen mit der Aussaat beginnen. Als Reihenabstand genügen 25 cm. Auf der Reihe wird der Samen dünn ausgestreut, so das je ldm Normalbeet (5 Reihen) nicht mehr als 2,5 g verbraucht werden. Durch eine Keimprobe ist die Keimfähigkeit zu prüfen. Die angegebene Saatgutmenge setzt eine 80 %ige Keimfähigkeit voraus. Durch flache Aussaat wird das Aufgehen wesentlich gefördert.

Portulak gedeiht nur in leichten mit viel Humus versehenen Böden zufriedenstellend. Mit recht viel Torf angereicherte warme Sandböden sind am besten geeignet. Frische Stallmistdüngung verträgt Portulak nicht.

Eine vollsonnige und windgeschützte Lage ist die Vorraussetzung für den Anbau von Portulak. Da er nur etwa 20 cm hoch wird, sät man ihn am besten an die Südseite einer Mauer oder eines Zaunes, wo er von der Sonne voll getroffen wird. Er darf aber nicht von den Nachbarpflanzen beschattet werden. In windigen Lagen leiden die dickfleischigen Pflanzen.

Auch in sehr günstigen Lagen darf man den Portulak erst in den letzten Apriltagen im Freien an Ort und Stelle aussäen. Als Reihenabstand genügen 20 cm. Auf der Reihe wird so dünn ausgesät, das je m² Anbaufläche höchstens 0,5 g verbraucht werden. Da der Samen sehr fein ist, zieht man mit dem Harkenstiel nur ganz flache Rinnen. Nach dem Aussäen wird gut gegossen und das Beet mit auf Rahmen genagelten Folien bedeckt.

Senf bringt auf lehmhaltigen Böden die besten Körnererträge. Die Lage muß aber vollsonnig sein. Da er frischen Stallmist nicht verträgt, verwendet man zum Anbau Böden 2. Tracht. Der Boden darf nicht sauer sein. In halbschattigen Lagen wächst der Senf wohl stark ins Kraut, doch ist der Körnerertrag gering.

Zur Senfaussaat darf man nicht die Körner verwenden, die in den Geschäften als Gewürz angeboten werden. Meist sind es alte Samen mit einem großen Anteil mangelhafter Körner, die nicht keimen. Darum muß man den Senfsamen in einem zuverlässigen Samengeschäft kaufen.

Die Aussaat des Senfs richtet sich danach, ob man das Kraut der jungen Pflanzen oder die reifen Samen als Gewürz ernten will. Im ersten Falle zieht man auf einem Normalbeet 6 Reihen und streut auf der Reihe so viel Samen aus, das je m² Anbaufläche 4 g zu liegen kommen. Zur Körnergewinnung erhält jedes Beet nur 5 Reihen. Auf der Reihe wird so weitläufig ausgesät, das der Samenbedarf nur 2 g je m² beträgt. Die Aussaat ist im ganzen April möglich.

Mitte April geht man an das Teilen alter Ysoppflanzen, oder man besorgt sich Teil - bzw. Jungpflanzen zur Neuanlage. Die oberirdischen Triebe der Teilpflanzen schneidet man etwa bis zur Hälfte ab. Die normale Pflanzweite beträgt 35 x 20 cm. In sehr gutem nährstoffreichem Boden pflanzt man auf der Reihe mit 25 cm Abstand.

Der 2 jährige Kümmel wächst am besten, wenn er auf kalkreichem sandigem Lehmboden angebaut wird. Auf Sandböden und anderen leichten Bodenarten übersteht der Kümmel den Winter sehr schlecht. Obwohl er Boden in 1. Tracht verträgt, sollte er besser in 2. Tracht angebaut werden. Tiefe Bodenbearbeitung, Zusatz von Kalk und eine Grunddüngung sind Vorraussetzung zum guten Erfolg.

Den Kümmel muß man an windgeschützten Stellen anbauen, damit er den Winter gut übersteht. Wenn er im Winter mit den scharfen Ostwinden ausgesetzt ist, kann es zu Totalverlusten kommen. In jedem Falle sollte man das Kümmelbeet mit einer Fichtenreisigdecke versehen. Im allgemeinem verlangt er eine sonnige Lage. Er verträgt aber im Sommer keine längeren Trockenperioden, weil zu seinem guten Gedeihen Luftfeuchtigkeit nötig ist.

Die Aussaat des Kümmels erfolgt im Laufe des Aprils an Ort und Stelle. Zur Aussaat darf man nicht den Kümmel verwenden, der als Gewürz angeboten wird. Er ist gewöhnlich von sehr geringer Keimfähigkeit, weil ee sich meist um schlecht ausgereifte und kleine Körner handelt. Eine Keimprobe ist immer angebracht. Auf einen Normalbeet (1,20 m) sät man 4 Reihen mit einem Abstand von 30 cm aus.

Zum besseren Ausnutzung des Landes kann man bei Kümmel im ersten Jahr Twischenfruchtanbau treiben. Dazu eignen sich von den Kräutern Gartenkresse und auch Dill, die eine kurze Entwicklungszeit haben und schnell abzuernten sind. Man kann auch Radieschen und frühen Kopfsalat als Zwischenfrucht anbauen. Mit den Zwischenfrüchten wird eine gute Bodenbeschattung erzielt, die den jungen Kümmelpflanzen besonders zusagt.

Kümmel muß im 2. Kulturjahr schon im Laufe des Aprils Nährstoffe erhalten, wenn er gute Erträge bringen soll. Das Düngen verbindet man mit dem Hacken und Saubermachen der Kümmelbeete. Je m² Anbaufläche streut man 30 g eines Volldüngers gleichmäßig aus und hackt ihn flach ein. Bei trockenem Wetter wird anschließend gegossen und nach oberflächlichem Abtrocknen noch einmal gehackt.

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