Kräutergarten Monat Januar

Für die andauernden Gewürzkräuter ist aber fast durchweg eine sonnige, etwas windgeschützter Platz erforderlich. Da die Höhe der Kräuter sehr verschieden ist, muß man beim Planen auch darauf Rücksicht nehmen.

Die einjährigen Gewürzkräuter baut man beim Aufstellen des Anbauplanes am besten in die Fruchtfolge der Gemüsearten ein. Für einige braucht man überhaupt keinen besonderen Platz vorzusehen. So wird Dill am besten in Möhren oder auf ein Gurkenbeet recht weit - läufig ausgesät. Petersilie und Gartenkresse nimmt man zum Einfassen von anderen Beeten. Dabei kann der Standort auch halbschattig sein. Die Kapuzinerkresse, von der man Blätter, Knospen, Blüten und auch junge Früchte als Gewürz verwenden kann, was sehr wenig bekannt ist, eignet sich sehr gut zum Beranken von Zäunen usw. so, das auch für sie kein Sonderplatz benötigt wird.

Bei der Petersilie muß man Anfang Januar den Schutz so verstärken, das sie auch bei größerer Kälte zur Verfügung steht. Der im Nov./ Dez. gegebene Glasschutz wird durch Bedecken mit möglichst trockenem Torf so verstärkt, das der gröbste Frost abgehalten wird. Es ist nicht nötig, das die Petersilie dadurch völlig frostfrei steht. Sie verträgt eine ganze Menge Kältegrade, ohne zu erfrieren. Beim Pflücken gefrorener Petersilie muß man aber sorgsam sein. Vor allem dürfen dabei stehenbleibende Blätter nicht berührt werden. Sie sind im gefrorenem Zustand sehr brüchig und beschädigte werden bis zum nächsten Pflücken unbrauchbar.

Bei den ausdauernden Gewürzkräutern, wie Estragon, Thymian, Eberraute und Pfefferminze muß man den Schutz verstärken, wenn bei starkem Frost die Schneedecke fehlt. Barfrost ist für die genannten Kräuter immer gefährlich, so das es oft zu großen Winterverlusten kommt. Darum muß man die im Nov. / Dez. gegebene Fichtenreisig -decke durch Überstreuen mit möglichst trockenem Torf verstärken. Wo die Kräuter schon nach dem letzten Ernten mit einer starken Bodendeckung ( Laub, Stalldünger, Torf ) versehen wurden, ist die zusätzliche Verstärkung der Fichtenreisigdecke nicht nötig.

Im ersten Kulturjahr stehender Kümmel ( er wird zweijährig kultiviert ) muß Anfang Januar eine starke Fichtenreisigdecke erhalten. In schneearmen Wintern treten am Kümmelbeet starke Verluste auf. Wer es bisher versäumt hat, sollte die Schutzdecke spätestens in den ersten Januartagen geben. Laub, Stalldünger und ähnliches Material eignet sich nicht dazu. Unter ihnen würden die Kümmelpflanzen ersticken.

Bei den im Saatbeet stehenden Fenchelpflanzen muß die im Herbst gegebene Schutzdecke verstärkt werden, sobald stärkere Fröste zu erwarten sind. Das ist vor allem wichtig, wenn Anfang Januar noch keine nennenswerte Schneedecke vorhanden ist. Die Torfdecke muß man dann etwa 15 cm stark sein, um Verluste zu verhüten. Trockener grober Torf ergibt den besten Frostschutz. Die Schutzdecke muß erheblich über die Ränder der Aussaatfläche hinausgehen, weil sonst von den Rändern her die Gefahr des Einfrierens besteht. Das muß auch dort beachtet werden, wo die Fenchelpflanzen in einem Frühbeet stehen.

Die Lavendel - und Salbeipflanzen haben schon Ende Nov. / Anfang Dez. eine Bodendeckung erhalten. Sie muß Anfang Januar wesentlich dicker sein, wenn inzwischen nicht viel Schnee gefallen ist. Beide Gewürzkräuter frieren in schneearmen Winter bis zum Erdboden zurück, wenn die Bodendecke nicht 15 bis 18 cm stark ist. Zur Schutzdecke eignen sich Torf, Laub und auch leicht verrotteter Stall - dünger. Je trockener das Material ist, um so besser hält es den Frost ab. Da es sich bei beiden Gewürzkräutern immer nur um wenige Pflanzen handelt, sollte man sie zusätzlich mit einem Lattengerüst umgeben. Es wird mit einer starken Fichtenreisigdecke bedeckt. Durch diese Ergänzung zur Bodenbedeckung ist die Gefahr, das Winterverluste eintreten, auch in strengen Wintern nur sehr gering.

Waldmeister übersteht schneearme Winter nicht. Die im Herbst aufgebrachte Schutzdecke aus einer Mischung von Moos und Laub ist Anfang Januar zu verdoppeln. Bevor man den Waldmeister mit dieser zweiten Schicht dedeckt, wird auf die erste eine schwache Fichten - reisigdecke gebreitet. Dadurch begegnet man der Gefahr, das der Waldmeister erstickt. Beim Mangel an Moos kann das Laub auch mit grobem Torf gemischt werden.

Home
Gartentagebuch
Kräutergarten