Kräutergarten Monat März

Zwischen Blatt - und Wurzelpetersilie besteht ein großer Unterschied, was beim Einkauf des Samens zu beachten ist. Da man mit der Petersilie nicht nur die Speisen würzt, sondern auch oft garniert, baut man in der Regel nur die krausblättrige an. Von der Wurzelpetersilie verwendet man in der Hauptsache die Wurzeln im Herbst und Winter. Sie hat glatte Blätter.

Der Blattpetersilie sollte man eine Stelle im Garten aussuchen, wo sie vorallem gegen winterliche Nord - und Ostwinde geschützt steht. Sie kann auch halbschattig stehen und da sie nur höchstens 20 cm hoch wird, läßt sie sich auch als Einfassung verwenden. Wer Wert auf Winterschnitt legt, sollte die Blattpetersilie an die Südwand der Laube oder eines Schuppens säen, wo sie im Herbst überbaut werden kann. Sie bringt dann auch im folgenden Frühjahr noch gute Erträge. Wurzelpetersilie wird im Herbst geerntet.

Obwohl Petersilie in jeden Gartenboden wächst, ist für reichen Humusgehalt Sorge zu tragen. Frische Stallmistdüngung verträgt weder die Blattpetersilie noch die Wurzelpetersilie. Wichtig ist, das der Boden für die zuletzt genannte recht tief bearbeitet wurde. In sandigen Lehmböden mit viel Humus entwickelt sich Petersilie am besten.

Da Petersielensamen seine Keimkraft nur etwa 2 Jahre behält, sollte man vor der Aussaat eine Keimprobe machen. Frisches Saatgut der Petersilie erkennt man auch am Geruch. Je intensiver er ist, um so sicherer kann man auf frisches Saatgut schließen.

Da Petersilie bedeutend schneller und sicherer keimt, wenn die Erde schon etwas angewärmt und nicht mehr zu naß ist, sollte man sie nicht vor dem 15. März aussäen. Zu früh ausgesät, liegt der Petersilien - samen zu lange im Boden und kann unter Umständen verfaulen. Normalerweise dauert es 3 Wochen, bevor er keimt. Bei der Blatt - petersilie ( Schnittpetersilie ) genügt beim Aussäen ein Reihenabstand von 12 bis 15 cm. Für die Wurzelpetersilie muß er aber 25 cm betragen. Petersiliensamen darf nur ganz flach in die Erde kommen. Bei früher Aussaat ist das ganze besonders zu beachten.

Obwohl Schnittlauch keine besonderen Ansprüche stellt, wächst er in sandigen Lehmböden mit gutem Humusgehalt am besten. Mit reichlichen Humusgaben kann man jeden Boden für Schnittlauch brauchbar machen. Auf Grund seines Wuchses eignet er sich gut als Einfassung. Schnittlauch verträgt auch Halbschatten, so das man für ihn immer ein Plätzchen findet. Da er völlig winterhart ist, kann man ihn in allen Lagen anbauen.

Schnittlauch wird entweder durch Aussaat vermehrt oder durch das Teilen alter Bestände. Der Samen ist nur 1 Jahr lang voll keimfähig. Die Aussaat nimmt man Mitte März in einem kalten Frühbeet vor. Selbst die Aussaat in Blumentöpfen ist möglich, wenn man diese an ein Helles Küchenfenster stellen kann. Es wird ziemlich dicht ausgesät, weil Schnittlauch nicht einzeln, sondern in kleinen Büscheln gepflanzt wird. Alte Bestände werden geteilt, sobald ihre Köpfe sichtbar sind. Man darf aber die Teilpflanzen nicht tiefer in die Erde bringen, als sie vorher gestanden haben. Als Reihenabstand genügen 20 cm. Auch auf der Reihe wird 20 cm weit gepflanzt.

Zum Anbau von Estragon eignet sich sandiger Lehm - oder Sandboden mit viel Humus am besten. Er braucht auch volle Sonne. Da er 1,00 bis 1,50 m hoch wird, pflanzt man ihn am besten an die Südseite eines Zaunes. Da kann der Estragon auch keine anderen, sonnenbedürftigen Pflanzen beschatten.

Neupflanzungen von Estragon legt man Ende März mit Teilpflanzen an, weil Sämlinge recht unterschiedlich ausfallen und ihr Aroma zu wünschen übrigläßt. Zum Teilen nimmt man alte starke Pflanzen mit allen Ausläufern vorsichtig mit der Grabegabel aus der Erde. Dabei ist zu beachten, das auch die feinen Wurzeln nicht abreißen. Von der Größe der Teilpflanzen hängt es ab, ob man schon im ersten Jahr nennenswerte Erträge erzielt. Auch die Ausläufer ergeben brauchbare Jungpflanzen wenn man immer einige zusammennimmt.

Da Estragon 3 bis 4 Jahre an derselben Stelle stehenbleibt, darf er nicht zu eng gepflanzt werden. Beetweise gepflanzt, muß der Reihenabstand 40 cm betragen. Auf der Reihe genügen Abstände von 30 cm. Nur als Reihe gepflanzt, muß der Pflanzabstand 40 cm groß sein. Estragon wird nicht tiefer gepflanzt, als er gestanden hat. Nach dem Pflanzen bedeckt man die Erde mit einer etwa 5 cm starken Torfschicht. Verrotteter Stallmkist ist ebenfalls geeignet. Die Schicht fördert das Anwachsen sehr und verhindert schnelles Austrocknen der Erde.

Der echte Lavendel verlangt tief bearbeiteten Boden, dem es weder an Humus noch an Kalk fehlt. Bezüglich der Bodenart ist er nicht sehr wählerisch, wenn nur die vorstehenden Bedingungen erfüllt sind. Frischen Stallmist liebt Lavendel nicht. Darum muß man den Humus in Form von Torf oder gut verrotteten Stallmist geben.

Lavendel sollte man nur dort pflanzen, wo er einen sonnigen, warmen und im Winter geschützten Standort erhalten kann. Vor allem muß er gegen die winterlichen Ostwinde geschützt stehen. Dabei ist zu bedenken, das er 5 bis 6 Jahre an der selben Stelle stehenbleiben kann und nur etwa 50 cm hoch wird. Andere Pflanzen dürfen ihn nicht beschatten.

Das Vermehren des Lavendels durch Stockteilung alter Pflanzen ist viel einfacher als die Anzucht junger Pflanzen aus Samen. Die beste Zeit zum Teilen alter Lavendelstöcke liegt in der Monatswende März / April, bevor der Neuaustrieb beginnt. Die Teilpflanzen werden stark zurückgeschnitten, weil sie sonst schwer anwachsen. Auch die Wurzeln muß man etwas kürzen. Als Reihenabstand genügen 25 cm und auf der Reihe wird mit 20 cm Abstand gepflanzt. Lavendel muß sehr fest gepflanzt und anschließend gründlich gegossen werden. Der Boden ist mit Torf oder verrottetem Stallmist zu bedecken.

Der kleine Wiesenknopf, fälschlich Bibernelle oder Pimpinelle genannt, wächst auf kalkreichen Böden am besten. Saure Böden verträgt er nicht. In schweren Böden, die sehr feucht und kalk sind, ist der Anbau des kleinen Wiesenknopfes nicht ratsam.

Der kleine Wiesenknopf wird durchschnittlich nur 40 cm hoch. Er muß einen Platz erhalten, an dem er von anderen Pflanzen nicht beschattet wird. Nur in vollsonniger Lage haben die Blätter des kleinen Wiesen - knopfes eine gute Würzkraft. Sein Standort darf durch seine Umgebung nicht eingeengt werden, weil er in freier Lage am besten gedeiht. Das hat allerdings den Nachteil, das man ihm Winterschutz geben muß.

Da man den kleinen Wiesenknopf selten in größeren Mengen anbaut, lohnt das Aussäen nicht. Im Kleingarten deckt man den Bedarf am besten durch Teilpflanzen ab Ende März. Der kleine Wiesenknopf sollte nicht länger als 3 bis 4 Jahre an einer Stelle stehen bleiben. Wenn die Pflanzen einen neuen Platz erhalten, benutzt man die Gelegenheit zum Teilen. Die gewonnenen Teilpflanzen müssen sofort wieder in die Erde, weil die Wurzeln an der Luft leiden, was spätere Ausfälle zur Folge hat. Der kleine Wiesenknopf wird 35 x 20 cm weit gepflanzt, so das man je m² Anbaufläche etwa 15 Teilpflanzen benötigt.

Beim Anbau von Salbei muß man wissen, das er gegen stehende Bodennässe und saure Böden sehr empfindlich ist. An die sonstige Beschaffenheit des Bodens stellt er keine besonderen Ansprüche. Die Erde muß aber tief bearbeitet sein und darf keinen frischen Stallmist enthalten. Auch schweren Boden kann man für den Salbei brauchbar machen, wenn recht viel Torf eingearbeitet wird.

Salbei muß man an eine Stelle im Garten pflanzen, wo er im Winter gegen die scharfen Ostwinde geschützt steht. Da er halbschattig stehend genau so gut gedeiht wie in voller Sonne, kann man ihn an die Süd - oder Südwestseite von Mauern, Schuppen oder Sträuchern pflanzen. Dabei ist zu beachten, das Salbei durchschnittlich 50 cm hoch wird und 3 bis 4 Jahre an der selben Stelle stehenbleiben kann.

Da es sich beim Anbau von Salbei im Kleingarten immer nur um wenige Pflanzen handelt, beschafft man sich am besten ein paar Teilpflanzen. Sämlingspflanzen von Salbei sind in der Regel ein Gemisch aller vorkommenden Formen, die auch bezüglich der Würzkraft unterschiedlich sind. Dagegen sind Teilpflanzen stets einheitlich. Sie fallen beim Teilen alter Pflanzen ab März an. Die oberirdischen Teile der Teilpflanzen sind mindestens um die Hälfte zurückzuschneiden. Die Wurzeln dürfen an der Luft nicht trocken werden. Gepflanzt wird 40 x 40 cm weit und nicht tiefer als die Pflanzen vorher gestanden haben. Anschließend ist kräftig anzugießen und der Boden mit Torf oder verrotteten Stallmist zu bedecken.

Gartenampfer, Sauerampfer und Gewürzampfer stellen keine großen Ansprüche an die Beschaffenheit des Bodens, wenn er tiefgründig und nährstoffreich ist.Tiefe Bodenbearbeitung ist darum unbedingt erforderlich. Alle drei Arten wachsen auch an leicht schattigen Stellen zur Zufriedenheit. Gartenampfer wird erst im Laufe des Winters geerntet. Daher pflanzt man ihn am besten an ein Ort, der im Winter gegen scharfe Ostwinde geschützt ist.

Alle drei Arten werden bei geringem Pflanzenbedarf durch Teilen alter Pflanzen vermehrt. Außerdem ist die Aussaat an Ort und Stelle möglich. Mit beiden Maßnahmen beginnt man Ende März. Ampferbestände müssen nach etwa 4 Jahren umgepflanzt werden. Damit wird das Teilen verbunden. Die Teilpflanzen nimmt man für die Neuanlage. Vom Gartenampfer erntet man beim Teilen auch noch die vorhandenen grünen Blätter. Jede Teilpflanze muß eine gute Austriebsbasis und reichlich Wurzeln haben. Der Reihenabstand beträgt bei allen Arten 25 cm. In der Reihe benötigt der Gewürzampfer 20 cm, während man bei den beiden anderen mit 15 bis 18 cm auskommt. Bei der Aussaat ist der selbe Reihenabstand einzuhalten. Auf der Reihe wird er durch Verziehen hergestellt.

Der Thymian stellt an den Boden keine besonderen Ansprüche, wenn die Erde nur nicht sauer und humusarm ist. Nur in vollsonniger und windgeschützten Lagen kann man beim Thymian mit guten Erfolgen rechnen. Thymian eignet sich wegen seiner geringen Höhe von 25 cm sehr gut als Einfassungspflanze. Er braucht aber einen Standort, an dem ihm die winterlichen Ostwinde nichts anhaben können. Zu bedenken ist auch, das Thymian 3 Jahre an der gleichen Stelle stehen bleibt.

Beim Teilen der dreijährigen Thymianpflanzen erhält man so viele Jungpflanzen, das für den Kleinanbau die umständliche Sämlingsanzucht im Frühbeet nicht lohnt. Alte Thymianpflanzen lassen sich sehr gut teilen, weil auch die niederliegenden Triebe meist schon reichlich Wurzeln haben. Von ihnen nimmt man immer einige zusammen, damit man einheitlich starke Pflanzen auf dem Beet erzielt. Alle oberirdischen Teile werden vor dem Pflanzen bis auf 5 cm abgeschnitten. Thymian muß man recht fest pflanzen und etwas tiefer als er vorher gestanden hat. Als Reihenabstand genügen 20 cm. Auf der Reihe gibt man dieselbe Entfernung, so das je m² 25 Pflanzen erforderlich sind. Durch kräftiges Angießen und anschließende Bodenbedeckung von einer 5 cm starken Torfschicht oder verrotteten Stallmist, wird das Einwachsen wesentlich gefördert.

Die Weinraute verlangt warmen, durchlässigen Mittelboden, der humus - und nährstoffreich ist. Frische Stallmistdüngung verträgt die Weinraute nicht. Darum muß sie in Boden 2. Tracht gepflanzt werden. Recht tief gelockerter Boden fördert das Wachstum wesentlich. Die Weinraute ist gegen Trockenheit sehr widerstandsfähig.

Bei einem vollsonnigen Standort ist die Würzkraft der Weinraute am stärksten. Die Weinraute muß gegen die winterlichen Ostwinde geschützt stehen. Sie wird 70 bis 80 cm hoch, was bei der Wahl des Standortes zu beachten ist. In sehr trockenen zugigen Lagen wintert die Weinraute oft stark aus.

Das Vermehren der Weinraute ist durch Teilen bedeutend einfacher als durch Aussaat. In der Regel werden im Kleingarten nur wenig Pflanzen benötigt, so das einige Teilpflanzen genügen. Man erhält sie durch das Teilen vierjähriger Pflanzen. Die oberirdischen Teile sind vor dem Pflanzen um etwa die Hälfte zu kürzen. Auf ein Normalbeet (1.20 m) pflanzt man nur 4 Reihen auf der Reihe mit 25 cm Abstand. Bodenbedeckung ( wie bei der Weinraute ) nach dem Pflanzen ist angebracht.

Zum Anbau von Anis braucht man leichte, lehmige Sandböden, die in 2. Tracht stehen und nicht sauer reagieren. Da die Aniswurzeln verhältnismäßig tief in den Boden eindringen, kommt es sehr auf eine tiefe Bodenbearbeitung an. Vor dem Anbau ist die Bodenreaktion zu prüfen. Sie darf nicht niedriger als etwa ph 7 sein. Kohlensaurer Kalk kann noch kurz vor der Aussaat eingearbeitet werden. Nasse kalten Böden ergeben keine gute Körnerernte.

Da es beim Anis auf gut gereifte Früchte ankommt, muß man ihn an einer vollsonnigen, möglichst windgeschützten Stelle anbauen. Anis erreicht durchschnittlich nur eine Höhe von etwa 40 cm. Darum kann er im Windschatten höherer Pflanzen angebaut werden.

Anis wird ab Mitte März mit einem Reihenabstand von 25 bis 30 cm an Ort und Stelle ausgesät. Auf frisches Saatgut ist besonders zu achten, da die Keimkraft schon im 2. Jahr nach der Ernte nachläßt. Nur magere Böden gestatten einen Reihenabstand von 25 cm. Da Anissamen erst nach 3 bis 4 Wochen aufgeht, muß man Markiersaat anwenden (Salat, Radieschen). Wichtig ist auch, das er nur ganz flach in die Erde kommt und das Beet nach dem Zuziehen der Saatrillen mit einer flachen Schaufel angeklopft wird.

Dill braucht man nicht auf einem besonderen Beet auszusäen. Er wächst in allen Bodenarten und auch an halbschattigen Stellen. Wer keine große Menge anbauen will, verstreut den Samen weitläufig auf die mit Gemüse bestellten Aussaatbeete und überharkt diese. Dadurch kommt der Samen tief genug in die Erde, um keimen zu können. Wer im Vorjahr einige Dillpflanzen bis zum Ausfallen der Samen stehenließ, braucht meist keine Aussaat vorzunehmen. Dillsamen bleibt mindestens 2 Jahre gut keimfähig. Beetweise ausgesät, ist ein Reihenabstand von 25 cm erforderlich.

Kerbel ( Gartenkerbel ) braucht nährstoffreichen, nicht zu trockenen Mittelboden und einen vollsonnigen Standort, wenn er sich gut entwickeln soll. Kerbel kann man in Boden 1. und auch 2. Tracht anbauen. Er wächst auch in Sandböden, wenn sie reichlich Humus erhalten. Obwohl Kerbel 50 bis 60 cm hoch wird, erntet man ihn im allgemeinen schon, wenn er eine Höhe von 25 bis 30 cm erreicht hat. Das ist meist etwa 5 Wochen nach der Aussaat der Fall.

Obwohl Kerbel eine gute Keimkraft 2 Jahre sicher behält, ist eine Keimprobe anzuraten. Man braucht sie erst 2 Wochen vor der Aussaat anzusetzen, denn Kerbelsamen keimt schon nach etwa 8 Tagen.

Mit der Kerbelaussaat beginnt man Mitte März und kann sie in Abständen von 4 Wochen wiederholen, wenn auf eine laufende Ernte Wert gelegt wird. Als Reihenabstand kann man den Kerbel 15 bis 20 cm geben. Die Saatrillen zieht man mit dem Harkenstiel, denn der Samen darf nur ganz wenig mit Erde bedeckt sein.

Alle ausdauernden Gewürzkräuter, die schon mindestens 1 Jahr stehen, erhalten im März vor dem Neuaustrieb Nährstoffe. Dazu verwendet man am besten einen Volldünger. Er wird am einfachsten zwischen die Kräutern trocken ausgestreut, eingehackt und tüchtig angegossen.

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