Kräutergarten Monat Oktober

Im 2. oder 3. Kulturjahr erntet man im Laufe des Oktobers die Wurzeln von Alant. Durch eine Probe wird festgestellt, ob die Wurzeln schon nach 2 Jahren die erhoffte Größe erreicht haben. Die Wurzeln des Alants dringen sehr tief in den Boden. Damit sie nicht teilweise steckenbleiben, geht man beim Ernten so wie mit den Schwarzwurzeln vor. Man kann die Alantwurzeln wie die Schwarzwurzeln im Keller einschlagen. So halten sie sich 2 bis 3 Monate. Wer die Wurzeln trocken aufbewahren will, muß sie waschen, in Stücke schneiden und recht schnell trocknen.

Von Angelika (Engelswurz) sind auch die Samen als Gewürz zu verwendbar. Man erntet sie zugleich mit den Wurzeln im Laufe des Oktobers, sofern sie nicht schon vorher ausgereift waren. Beide Pflanzenteile werden getrocknet und in dicht schließenden Gefäßen aufbewahrt, damit das Aroma recht lange erhalten bleibt. Die Wurzeln muß man vor dem Trocknen gründlich waschen (abbürsten) und in dünne Streifen schneiden.

Die Blätter und Triebe von Boretsch und Eiskraut fallen in den ersten Nachtfrösten zum Opfer. Darum muß man sie vorher ernten. Zum trocknen eignen sich beide nicht.

Eberraute, Weinraute und Ysop können im ersten Oktoberdrittel noch geteilt und gepflanzt werden. Die Eberraute wird 50 x 30 cm, die Weinraute 30 x 25 cm und der Ysop 35 x 25 cm weit gepflanzt. Anschließend an das Pflanzen gibt man sofort eine etwa 5 cm starke Bodendeckung aus verrottetem Stallmist oder feuchtem Torf.

Im Mai ausgesäten Fenchel kann mit Winterschutz im Saatbeet bleiben. Sicherer ist das einschlagen im Keller. Zum Überwintern wird das Kraut der jungen Fenchelpflanze bis etwa handbreit über dem Boden abgeschnitten. Als Winterschutz bringt man eine 10 bis 12 cm starke Torfschicht auf das Saatbeet. Das genügt aber nur in Gegenden mit milden Wintern. In allen anderen Fällen, werden die Pflanzen ausgegraben und im Keller in feuchtem Sand eingepflanzt. Sie können zwar dicht stehen, dürfen sich aber nicht berühren. Der Keller darf nicht zu warm sein, das die Pflanzen austreiben. Temperaturen von 1 bis 5 Grad über Null sind am günstigsten. Im Winter wird nicht gegossen.

Die Samen von Fenchel fallen durch Frosteinwirkung ab. Darum muß man die Ernte vorher beenden. Meist handelt es sich im Oktober nur noch um die Nebendolden. Die Haupternte hat bereits im September begonnen. Wie geerntet wird steht im September.

Sobald der Gartenampfer (Englischer Spinat) dem Frost ausgesetzt war, kann man mit dem Ernten beginnen. Das Ernten der Blätter kann man über den ganzen Winter verteilen. Sie erfrieren nicht und sind nach Frosteinwirkung erst richtig schmackhaft.

Von Gartenkresse und Kerbel können auch im Oktober eine Aussaat in Töpfen, Tonschalen oder flachen Kisten vornehmen. Nur sehr weitläufiges Aussäen und heller Standort führen zum Erfolg. Es sind beide vitaminreiche Gewürze.

Da Kapuzinerkresse schon den ersten Frösten zum Opfer fällt, sollte man Anfang Oktober noch einmal alle Knospen und halbreifen Früchte ernten. In Essig eingelegt, ergeben sie eine sehr gute Würze, vor allem für Kartoffelsalat, Hering und ähnliche Gerichte.

Damit der im April ausgesäte Kümmel im Winter nicht ausfriert, erhält er in den letzten Oktobertagen einen leichten Schutz. Dicht mit Fichtenzweigen (Deckreisig) zugedeckt, übersteht der Kümmel auch einen harten Winter.

Der im August zurückgeschnittene Lavendel und auch der Salbei bekommen in den letzten Oktobertagen den Winterschutz. Zwischen den Pflanzen wird der Boden 6 cm hoch mit verrottetem Stallmist oder groben Torf bedeckt. Anschließend legt man eine Lage Fichtenzweige auf die Pflanzen.

Wer die Wurzeln vom Liebstöckel im Winter zum Würzen verwenden will, muß sie im Laufe des Oktobers ausgraben und trocknen. Zum Trocknen schneidet man die gründlich gereinigten Wurzeln in dünne Streifen und reiht sie am besten auf einen Faden auf. An einem luftigen Ort aufgehängt, trocknen sie sehr schnell. Das Trockengut ist in luftdicht schließenden Behältern aufzubewahren, damit die Würzkraft nicht verloren geht. Über das Trocknen der Blätter kann man im September nachlesen.

In den letzten Oktobertagen stellt man die in Töpfe gepflanzte Petersilie und auch den Schnittlauch an ein helles Küchenfenster. In der ersten Zeit wird die Erde nur mäßig feucht gehalten. Im Gegensatz zum Schnittlauch braucht die Petersilie auch nach dem Austreiben wenig Wasser. Um laufend Schnittlauch ernten zu können, stellt man alle 2 Wochen nur einen oder zwei Töpfe auf die Fensterbank. Die übrigen bleiben an einem frostfreien Ort.

Petersilienwurzeln nimmt man aus dem Boden, bevor das Ernten durch Frost behindert wird. Das Kraut wird abgedreht und nicht abgeschnitten. Wer die Wurzeln als Suppengrün verwenden will, schlägt oder mietet sie wie die Möhren ein. In Töpfe gepflanzt siehe unter September, kann man im Winter auch Blätter ernten. Allerdings sind die Blätter nicht gekraust wie bei Schnittpetersilie.

Von Gewürzpaprika muß man bis Mitte Oktober alle Früchte ernten, auch wenn er im September Glasschutz erhalten hat. Auch alle halbentwickelten Schoten (grüne) werden abgepflückt. Sie reifen noch nach und haben dann gute Würzkraft. Gewürzpaprika muß in der Nähe eines Ofens scharf getrocknet werden. Der Aufbewahrungsbehälter braucht nicht luftdicht zu schließen.

Sofern Ende Oktober stärkere Fröste zu erwarten sind, bedeckt man die Pfefferminze mit Fichtenzweigen. Laub ist dazu ungeeignet und Stroh ein Notbehelf. Die Fichtenzweige muß man in zwei Lagen auflegen, damit in einem schneearmen Winter keine Verluste entstehen.

Die in September eingetopften Rosmarinpflanzen müssen vor Eintritt stärkerer Fröste in einen frostfreien Raum gebracht werden. Am besten eignet sich zum Überwintern ein heller Fensterplatz in einem ungeheitzen Zimmer (Schlafzimmer). Einige Grade unter Null schadet den Pflanzen nicht. Die Topferde hält man nur mäßig feucht.

Beim Thymian ist guter Winterschutz unbedingt erforderlich, weil er sonst in schneearmen Wintern zugrunde geht. Vor allem darf die Wintersonne nicht auf die Pflanzen einwirken. Darum bedeckt man den Thymian mit einer doppelten Lage Fichtenreisigzweigen.

Tripmadam kann man zwar in den ersten Oktobertagen noch teilen und pflanzen, muß dann aber sofort für Bodenbedeckung und Winterschutz sorgen. Zum Bodenbedecken nimmt man verrotteten Stallmist oder Torf. Als Winterschutz werden die Pflanzen mit einer einfachen Lage Fichtenzweigen zugedeckt.

Als Winterschutz für den Waldmeister muß man sich eine Mischung aus frischem trockenem Laub und lockerem Moos (Sumpfmoos) zurecht machen. Nur mit dieser Mischung kommt der Waldmeister durch schneearme Winter. Die Schutzdecke wird etwa 3 cm stark aufgebracht. Sie muß sehr locker liegen. Wo der Waldmeister gut geschützt steht, genügt eine einfache Lage Fichtenzweige.

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